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A N G E D A C H T

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

– Offenbarung 21,5

Ein riesiges Werbeplakat ­ ein Bibelspruch in Großdruck, darunter noch die Bibelstelle, an der sich dieser Satz findet. Das ist alles. Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit diesen Botschaften geht. Der eine oder die andere kommt vielleicht ins Nachdenken über diese besondere Art der Plakatwerbung. Die meisten ignorieren die Plakate wohl einfach ­ oder schütteln den Kopf. Ich muss zugeben: Mich persönlich sprechen diese Plakatbotschaften nicht so an. Denn so ein einzelner Satz aus der Bibel bleibt mir meistens rätselhaft. „Siehe, ich mache alles neu"? Wer, Gott? Und wenn ja: wann, und wie, und vor allem: warum? Dabei wird mir klar: Für mich war es gut, dass ich als Kind und Jugendliche zuerst Menschen begegnet bin, die mir vom christlichen Glauben erzählt haben.

Sicher gibt es Menschen, die das anders erlebt haben. Die erst einen Zugang zum Glauben gefunden haben, als sie ganz allein und ungestört in der Bibel lesen konnten. Und es ist eine große Errungenschaft der Reformation, dass wir die Möglichkeit dazu haben. Aber auch der Bibelübersetzer Luther selbst hat Wert darauf gelegt, dass das Evangelium eigentlich nur von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann:

Darum hat Christus selbst nichts geschrieben, sondern nur geredet, und seine Lehre ... gute Botschaft oder Verkündigung genannt, die nicht mit der Feder, sondern mit dem Mund verbreitet werden sollte.

– schreibt er 1522 in der Einleitung zu einer Predigtsammlung. (aus: Ein kleiner Unterricht, was man in den Evangelien suchen und erwarten soll, 1522, WA 10,1,1; 818)

Ich selbst brauche beides: Die Worte und Geschichten aus der Bibel ­ und die Menschen, die sie mir nahebringen. Menschen, die mich mit ihrem Reden und Handeln erleben lassen, was es heißt, wenn Gott sagt: „Ich mache alles neu". Dass das keine Zukunftsphantasie ist, sondern mit meinem Blick auf mein Leben hier und heute zu tun hat. Ich brauche Menschen, bei denen ich spüre: Die glauben, was sie sagen, und leben, was sie glauben. Die strahlen etwas aus von diesem Aufbruch, weil sie ihn selbst immer wieder erleben. Und ich brauche Menschen, bei denen ich auch meine Zweifel anmelden kann. Und ich merke: Mir tun literarische und menschliche Begegnungen gut.

­Ihre Pfarrerin Dorothee Schmitt

Stand: Gemeindebrief Dezember 2025/ Januar 2026