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Wonnemonat Mai

Warum wird der Mai im Volksmund so genannt? Weil draußen alles grünt und blüht? Weil der Mai der schönste Monat im Jahr ist? Weil es viele Feiertage gibt? Ich weiß es nicht. Fragen Sie doch einmal im Radio oder bei Wikipedia nach. Aber ich weiß, dass der 1. Mai früher Kampftag der Werktätigen hieß.

Heute steht in meinem Kalender Maifeiertag. Brauchen wir keinen Kampftag mehr? Viele Menschen gehen an diesem Tag immer noch auf die Straßen, um zu kämpfen - oder etwas schwächer gesagt, zu demonstrieren. Und das scheint auch nötig zu sein.
Auch Schüler schließen sich inzwischen an und nicht nur am 1. Mai.

Die Kämpfe im Großen sind schlimm. Mich zermürben mehr die Kämpfe im Kleinen. Aus einem Tauflied kenne ich folgenden Text. Ich zitiere:

„Kampf und Krieg zerreißt die Welt, einer drückt den andern nieder. Dabei zählen Macht und Geld, Klugheit und gesunde Glieder. Mut und Freiheit, das sind Gaben, die wir bitter nötig haben.“

Schlimm, dass es diese kleinen Machtkämpfe immer wieder geben muss.

Warum können sich Nachbarn oder Verwandte nicht vertragen und gemütlich miteinander auf einer Gartenbank sitzen. Das frage ich mich immer wieder, obwohl ich mich manchmal selbst nicht davor schützen kann. Warum gibt es so viel Neid? Und der macht auch vor einer Kirchentür nicht Halt. Vor einiger Zeit mussten wir wieder eine Statistik erstellen. Da kommen schon einmal Fragen hoch. Wie viel Leute gehen bei Dir in den Gottesdienst oder wie viel Kinder kommen zur Christenlehre?

Ich höre jetzt auf mit den vielen Fragen und schaue lieber auf die Namen der Sonntage in den kommenden Wochen. Denn die sind wunderschön und enthalten wichtige Inhalte. Da ist der Sonntag Miserikordias Domini. Ich weiß, das versteht Keiner. Bekannter ist dieser Sonntag unter dem Stichwort des Guten Hirten. In der Bibel lesen wir dazu: „Ich bin der Gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Mich tröstet das. Sie auch? Ich wollte doch keine Fragen mehr stellen. Jesus dürfen wir getrost folgen. Nicht als dummes Schaf, sondern als denkender Mensch, der nicht jedem nachläuft, der es angeblich gut mit ihm meint. Jesus ist bei uns, auch in den Kämpfen unseres Lebens, die es leider immer wieder geben wird. Und vielleicht können wir von Jesus lernen unsere Mitmenschen ernst zu nehmen, aber wiederum auch nicht alles Unwichtige wichtig zu nehmen.

Das ist nicht leicht. Vertrauen Sie doch in Ihrem Lebenskampf ruhig einmal mehr auf den Guten Hirten. In den kommenden Wochen werden wir aufgefordert zu jubeln (Jubilate) und zu singen (Kantate), aber auch zu beten (Rogate). Für mich ist nun klar, warum der Mai ein Wonnemonat ist! Und im Juni geht es mit Pfingsten und dem Wirken des Heiligen Geistes unter uns gleich weiter.

Eine schöne Zeit wünschen Ihnen Ihre Pfarrerinnen
Renate Lisock und Dorothee Schmitt


Stand: Gemeindebrief Mai/Juni 2019