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Angedacht zur Jahreslosung 2023

Schon wieder ist ein Jahr zu Ende. Was uns wohl das neue bringen wird? Ich versuche eigentlich schon immer alles eher positiv zu sehen. Aber ich schwitze jetzt schon, wenn ich an die Stromabrechnung denke, die irgendwann im Januar ins Haus flattern wird. Und, wenn ich so an die letzten Jahre denke. Was alles passieren könnte, dann fühle ich mich schon so ein bisschen hilflos und allein gelassen. Was ist, wenn jemand in der Familie krank wird? Oder ich an einen Freund denke. Kann er seinen Job jetzt doch behalten, oder kommt noch irgendwann die Kündigung?

„Du bist ein Gott, der mich sieht."

Das ist ein Satz aus der Bibel. Es ist die Jahreslosung, so etwas wie das Motto, das über dem nächsten Jahr 2023 stehen wird. Du bist ein Gott, der mich sieht. Das hat eine Frau in der Bibel gesagt. Sie war eine schwangere Magd, eine Sklavin, auf die niemand groß Rücksicht genommen hat. Eines Tages ist sie davongelaufen, weil sie es nicht mehr ausgehalten hat. Ihre Herrin hatte sie furchtbar gequält, aus Eifersucht und Neid. Schwanger und allein saß die Arme nun in der Wüste auf der Flucht. Sie hatte schon fast aufgegeben – da wurde sie von einem Engel gerettet. Aber nicht durch ein Wunder, nicht durch Geld oder was zu Essen. Nein. Der Engel hat die Frau gerettet, indem er ihr ihre Würde zurückgegeben hat. Er hat sich für sie interessiert. Er hat ihre Not gesehen und ihr so ganz wortwörtlich ihr Ansehen wiedergegeben. Und da wusste die Frau, dass sie nicht alleine ist. Und dass es eine Zukunft für sie und ihren Sohn geben wird.

Du bist ein Gott, der mich sieht. Für mich heißt das: Gott interessiert sich für mich. Weiß, wie es mir geht und was mich so beschäftigt. Gott sieht mich und jeden einzelnen Menschen.
Das heißt für mich auch, dass er sieht, was mich in diesen Tagen um Silvester umtreibt. Dass er mit auf jede Abschlagszahlung schaut, die uns zum Schwitzen bringt. Dass er auf jede Bewerbung schaut, die jemand voller Hoffnung an eine Firma schickt. Auf jedes Krankenblatt, jedes Kündigungsschreiben, jede Geburtsurkunde und jede Glückwunschkarte. Dass er einfach immer und überall mit dabei ist.
Mir hilft das, dass ich weiß: Egal, was mir 2023 so bringt. Gott sieht mich. Und er ist immer für mich da. Davon kann ich natürlich auch keine Rechnungen bezahlen. Und eine Krankheit verschwindet auch nicht einfach so wieder. Aber ich weiß einfach: Da sorgt nochmal jemand mit, da schaut buchstäblich nochmal jemand mit drauf.


In diesem Sinne wünschen Ihnen

Ihre Pfarrerinnen Dorothee Schmitt und Claudia Drese

für das Neue Jahr Gottes Beistand ‐ seinen Segen!
Lassen Sie sich sehen.