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Nachlese

Süßer die Glocken nie klingen / als zu der Weihnachtszeit

Warum eigentlich? Warum klingen uns die Glocken so süß in der Weihnachtszeit? Wenn ich an Weihnachten denke, dann sehe ich auch Bilder vom Weihnachtsgottesdienst vor meinem inneren Auge. Der dunkle Kirchraum, erhellt von strahlenden Kerzen am Tannenbaum. Die geschmückte Kirche, das Krippenspiel. Die frohe, gespannte Erwartung, die in der Luft liegt. Und ich denke an den Weg zur Kirche. Dunkel liegen die Straßen. Vielleicht liegt wieder einmal Schnee am Heiligabend, der unter meinen Sohlen knirscht. Und dann, noch ehe ich die Kirche sehen kann, höre ich die Glocken. Aus der Ferne klingen sie fein durch die klare Luft, dann voll und rund beim Näherkommen. Ein wunderbarer Klang, der mich an ferne Kindertage erinnert, der Geborgenheit ausstrahlt. 

Süßer die Glocken nie klingen /
als zu der Weihnachtszeit,
grad als ob Engelein singen /
wieder von Friede und Freud.

Pfarrer Friedrich Wilhelm Kritzinger

Der Glockenklang: wie ein Engelsgesang. So hat der Pfarrer Friedrich Wilhelm Kritzinger es in seinem bekannten Weihnachtslied ausgedrückt. Und vielleicht ist es das, warum die Glocken so süß klingen zu Weihnachten. Denn die Glocken erinnern mich nicht nur an frühere Feste, sondern sie nehmen mich gleichsam mit hinein in die Weihnachtsgeschichte. 

Wie einst die Hirten zum Stall, so komme ich am Heiligen Abend dazu. Lausche dem Glockenklang wie die Hirten damals dem Engelsgesang. "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seines Wohlgefallens." Und wenn ich die Kirchentür durchschreite, dann ist es plötzlich, als ob ich wie die Hirten den Stall betrete. Wie sie bin ich ergriffen in Andacht und Freude, die mich ausfüllt. 

"Süßer die Glocken nie klingen" - die Freude über die Wohlklang der Glocken empfinde ich zu allen Gottesdiensten; selbst zu traurigen und frohen Anlässen rufen die Glocken zum Gebet, zum Hören auf das Wort Gottes.  

"Süßer die Glocken nie klingen" - ja, mitten in unserem Alltag verkünden sie ihre Botschaft: Hört her, die Welt ist nicht verloren, Christus ist geboren. So ist jedes Glockenläuten ein Engelsgesang. Jedes Glockenläuten: eine Erinnerung daran, dass Gott selber Mensch geworden ist. Dass der Friede unsere Hoffnung bleibt, mag es auch noch so dunkel um uns scheinen. Nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern an allen Tagen unseres Lebens. 

Aus den Pfarrhäusern Plötzkau und Sandersleben
grüßen wir Sie herzlich 

Ihre Pfarrerinnen 
Dorothee Schmitt und Renate Lisock

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Gemeinden!

Herbst – mit all der Pracht, den bunten Blättern, Nebel und Wind und… den Herbstthemen: Erntedank, Tag der deutschen Einheit, Reformationsgedenken, Martinstag. Ich mag den Herbst. Das Obst ist reif, wird geerntet, die Kartoffeln werden ausgegraben und kommen in den Keller. Und es riecht ganz anders als in den letzten Wochen. Es riecht eben nicht mehr nach Sommer und Sonnenschein, sondern nach Regen, Erde und Zwiebelkuchen.

Ich mag den Herbst. Auch wenn ich nun die luftig leichten Sommerkleider hinten in den Schrank legen und die warmen Pullis hervorholen muss. Das gehört für mich einfach dazu.

Manchmal jammere und schimpfe ich über die Kälte am Morgen und darüber, dass ich schon wieder in den Regen geraten bin. Aber das hilft ja nichts. Ich kann's sowieso nicht ändern.
Und das ist ganz gut so, finde ich.

Denn es gibt so viel in meinem Leben, um das ich mich kümmern muss: um die Arbeit, da müssen Veranstaltungen und Treffen vor- und nachbereitet werden, um Arzttermine, um die Wäsche und den Einkauf und so vieles mehr. Aber um den Herbst muss ich mich nicht kümmern. Er kommt einfach so. Weil es so vorgesehen ist. Weil Gott selbst sich darum kümmert. Ich darf es einfach so hinnehmen, ich kann mich darüber freuen. Damit ich nicht nass werde, kann ich einen Schirm mitnehmen. Wenn mir kalt wird, kann ich mich warm anziehen. Das Wetter kann und muss ich nicht ändern.

Gott sagt: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Gen 8,22


Ändern kann ich es nicht. Also brauch ich nicht zu schimpfen und zu jammern. Ich kann es einfach genießen und mir den Herbst so schön und bunt machen wie ich nur kann. Dann trinke ich einen warmen Tee und genieße das Feuer im Herd. Ich kann ganz gelassen sein. Es liegt mal nicht an mir, ob es so kommt oder nicht. In meinem Alltag muss ich mich um so vieles kümmern, jetzt darf ich mich einfach darauf einlassen. Gott schenkt mir den Herbst mit allem was dazu gehört. Und ich nehme das Geschenk an, schlupfe in meine Jacke und gehe hinaus in die Abenddämmerung.

Einen guten Herbst wünschen Ihnen Ihre Pfarrerinnen
Dorothee Schmitt und Renate Lisock

 


Stand: Gemeindebrief September/Oktober 2020

„Ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen. Ich will tun und lassen, was ich will.“ Seitdem der erste Schrecken der Corona-Pandemie vorbei ist, hört man das oft. Jetzt gab und gibt es Demonstrationen gegen Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen. Und inzwischen sind immer mehr Menschen ohne Maske unterwegs. Ich sehe nicht ein, warum das nötig ist, sagen sie. Ich will tun und lassen, was ich will.

Vor 500 Jahren hat Martin Luther etwas Ähnliches geschrieben. Im Sommer 1520 kam seine Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ unter die Leute. Bis heute ist das eine der Hauptschriften der Reformation. Was Luther da geschrieben hat, verbreitete sich wie ein Lauffeuer: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan“. Luther hat damals von der Freiheit im Glauben geredet. Wer auf Gott vertraut, der muss sich keinem Menschen unterwerfen. Gott hält sein Schicksal in der Hand und kein Mensch kann daran etwas ändern. Luther hatte das in der Bibel gelesen: „Nichts auf der Welt kann uns von Gottes Liebe trennen“ (Röm. 8, 38f.). Dieser Glaube hat ihn stark und frei gemacht sogar gegen den Kaiser und den Papst aufzustehen und zu sagen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Im Kirchenfenster von Sandersleben ist genau dies abgebildet – auf dem Reichstag zu Worms…

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge“: Für Luther hieß das aber ganz und gar nicht: Ich will tun und lassen, was ich will. Er hat in seiner Freiheitsschrift nämlich noch einen anderen Satz daneben gestellt. „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Freiheit hat nämlich mit Verantwortung zu tun und mit Nächstenliebe. Christen tun, was dem Nächsten nützt. Christen tun, was das Zusammenleben besser und das Leben der anderen leichter macht. Dazu nutzen sie ihre Freiheit. Christen sind frei. Aber wenn es für andere wichtig und gut ist, dann sind sie bereit, ihre Freiheit einzuschränken. Denn meine Freiheit endet da, wo die des anderen anfängt. Wenn es für Alte und Kranke, wenn es für das Gesundheitssystem besser ist, dann bin ich bereit, Abstand zu halten und die Hände zu waschen und eine Maske anzuziehen.

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Gemeinden!

Bereits im März habe ich mir lange überlegt, was ich schreibe. Was ist wichtig, was hilfreich und wurde in den vergangenen Wochen nicht schon oft gesagt oder geschrieben. Ich weiß, dass es mir auch heute nicht ganz gelingen wird, aber ich versuche es trotzdem. Mir fällt da ein Beispiel ein. Schon zu allen Zeiten wurden die Kinder, wenn sie aus der Schule kommen, gefragt: "Na, was hast du denn heute gelernt?!"

Endlich können das Eltern und Großeltern auch jetzt wieder fragen, ob es den Kindern nun gefällt oder nicht. Ich richte diese Frage heute an uns alle: Was haben wir in den vergangenen zwei Monaten gelernt? Können wir darauf überhaupt eine Antwort geben?

Ich versuche nur für mich zu antworten, denn ich weiß ja nicht, was Sie auf diese Frage antworten würden.
Ich habe gelernt, dass auf einmal alles ganz anders war und leider immer noch ist.

Und ich musste feststellen, dass ich nichts, aber auch gar nichts daran ändern kann. Plötzlich waren Dinge, die vorher ganz wichtig erschienen unwichtig.

Termine und Veranstaltungen müssen abgesagt oder verschoben werden.
Ich habe neu gelernt, dass nicht alles selbstverständlich ist.

Ich denke, ich bin demütiger geworden. Demut ­ was für ein Wort?
Irgendein schlauer Mensch hat dazu gesagt: "Der Demütige nimmt die Wirklichkeit an, ohne vor ihrer Härte zurückzuschrecken." oder "Zur Demut kommt man weder durch Gehorsam, noch durch Absicht. Zur Demut kommt man durch Erkenntnis."

Verstehen Sie mich nicht falsch: Keiner von uns hat sich diese Zeit mit ihren Einschränkungen gewünscht. Ich ganz gewiss nicht. Daran werde ich jeden Tag erinnert, wenn ich sehe, wie mein Enkelkind leidet, weil es nicht in die Kinderkrippe darf.

Ich bin kein Schmusetyp, aber ich vermisse die Nähe anderer lieber Menschen jetzt sehr. Und ich hoffe, dass ich mir das Gelernte merke und nicht wieder ganz vergesse.

Mit den Konfirmanden hatten wir uns für ihren Abschlussgottesdienst das Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer ausgesucht. Ich zitiere kurz: 

"Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im voraus. ..."

Dietrich Bonhoeffer

Und nun doch noch ein kluger Spruch zum Schluss, in meiner Abwandlung:
Ich muss jeden Tag neu lernen, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Aber auch den Mut haben, Sachen zu ändern, die ich erträglicher machen kann. Und ich brauche Geduld und Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Aus Ohnmacht kann auch Kraft wachsen, darauf hoffe ich und das wünsche ich Ihnen für die kommende Zeit.

Eine schöne Zeit wünschen Ihnen Ihre Pfarrerinnen
Renate Lisock und Dorothee Schmitt

Ich habe Schwierigkeiten mit Äußerungen, dass in der "Corona­-Krise" eine große Chance liegt, dass nach dieser Zeit sich das Verhalten einer Gesellschaft ändern könnte, weil ich den Verdacht habe, hier soll vertröstet werden. Abgesehen davon, dass ich sehr wohl die Nöte und Ängste vieler verstehe, die sobald als möglich das "normale" Leben zurückhätten, gern wieder zur Arbeit gehen würden, um einfach den Lebensunterhalt zu verdienen.
Allerdings war ich schon beeindruckt, wie schnell sich ein ganzes Land umstellen kann: Kindergärten und Schulen wurden ganz schnell geschlossen, Großveranstaltungen abgesagt und Politiker bemühen sich in kräfteraubenden Sitzungen, riesige Mengen Geld für die Wirtschaft bereit zu stellen.
In der Tagesschau (13.5.20) wurde berichtet, dass die Bundesregierung jetzt prüft, in Krisengebieten bewaffnete Drohnen einzusetzen ­ also entgegengesetzt der Forderung von Antonio Guterres, dem Generalsekretär der UNO, der zu Beginn der globalen Pandemie gebeten hat: "Ich rufe zu einem sofortigen globalen Waffenstillstand auf". Diese Botschaft ­ eine wirklich große Chance in dieser Krise ­ wurde nur kurz ausgesendet, dann in der Fülle von Zahlen und Fakten zu Corona vergessen. Dabei wäre es gerade in Afrika, wo es so viele Kriegsherde gibt, wichtig alle Mittel und Möglichkeiten gegen den Virus einzusetzen. Dabei denke ich auch an das himmelschreiende Elend der vielen Geflüchteten... So kommt mir der Aufruf und das Nachdenken von Herrn Guterres ähnlich vor wie von einem, der es auch schon probiert hat: Mit guten Worten, mit großem Vertrauen, ohne Gewalt und Berechnung ­ Jesus Christus. Er endet fürs erste am Kreuz. Und auch damals scheint es so, als sei das kaum der Rede wert. Aber was sich dann daraus entwickelt hat, verändert unsere Welt bis heute!

Dorothee Schmitt

Während ich über die Jahreslosung von 2020 (s.o.) nachdenke, fällt mein Blick auf einen Würfel, den meine Kinder gestaltet haben und der auf den ersten Blick wie einer der Schicksalswürfel aussieht, mit denen manche an Silvester gern erfahren möchten: Was bringt das neue Jahr? Wird es ein enttäuschendes oder erfolgreiches?

Manche Menschen fühlen sich regelrecht wie ein Würfel ins Leben hineingeworfen - in Bedingungen, die sie sich nicht haben aussuchen dürfen. Da gibt es doch scheinbar Mächte, die uns ohne unseren Verdienst emporheben und Glück bringen, aber uns auch ohne unser Verschulden abstürzen lassen.

Aber der Würfel, den ich vor mir liegen habe, ist kein Spielwürfel, sondern ein Gebetswürfel, wie ihn viele christliche Familien für das Tischgebet einsetzen. Dieser Würfel spricht also weniger vom Schicksal oder Zufall, sondern von Gott, von dem wir glauben, dass er hinter dem "Spiel unseres Lebens" steht.

"Gott würfelt nicht", sagte einmal der berühmte Physiker Albert Einstein und meinte damit, dass für Gott auch das Kleinste Sinn und Bedeutung hat: alles, was geschieht, kann uns zu Gott führen. Was nach irdischen Maßstäben Verlust ist, kann im Lichte Gottes betrachtet ein großer Gewinn sein - und umgekehrt.

Von dieser Zwiespältigkeit von Hoffnung auf Heilung, auf Liebe, auf Freude, auf Sicherheit - und andererseits der Angst vor der Enttäuschung spricht die Begegnung des Vaters eines kranken Sohnes mit Jesus. Auch ich kenne Menschen, die sich nicht mehr erlauben zu hoffen, damit sie nicht enttäuscht werden, die unter der Zwiespältigkeit von Vertrauen und Zweifel und dem Wunsch, stärker vertrauen zu können, leiden.

Andere haben die Erfahrung gemacht, dass mit den Vertrauen zu Gott das Leben leichter wird. Nicht, dass Schweres erspart bleibt, doch Vertrauen hilft, es besser zu ertragen.

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

ist als Verzweiflungsschrei ein Gebet. Eine flehende Bitte um Gottes Hilfe, dass mein Glaube und mein Vertrauen stärker sind, als der Zweifel und der äußere Anschein, der meinen Zweifel nährt. Nach menschlicher Erfahrung ist der Wunsch des Vaters nach Heilung seines Sohnes unrealistisch. Vor den Augen Jesu packt den Sohn ein Anfall, er stürzt zu Boden, hat Schaum vor dem Mund. So offensichtlich ist die Krankheit, dass Heilung nicht möglich scheint. Nach menschlicher Erfahrung ist da nichts zu machen, besonders, da die Krankheit seit Kindesbeinen da ist.

Vertrauen heißt, Gottes Möglichkeiten höher einzuschätzen als menschliche Erfahrung. Um dieses Vertrauen kann ich Gott bitten. Am Ende der Geschichte fragen die Jünger Jesus, warum sie den Jungen nicht heilen konnten, und Jesus antwortete: "Diese Art kann durch nichts ausfahren, als durch Beten." Vielleicht bezieht sich das auf den "Dämon" Zweifel, der uns arg plagen kann.

In meinen Augen ist die Jahreslosung eine Einladung zum beständigen Gebet um Glauben und Vertrauen.

Wir schauen auch im Jahr 2020 in guten und in bösen Tagen auf den, der "nicht würfelt", sondern alles, was er geschaffen hat, mit seiner Liebe umfängt und zum Guten lenken will. Wir dürfen deshalb nicht ängstlich und sorgenvoll, sondern betend in die Zukunft gehen. Dann wird auch das kommende Jahr ein "Jahr des Herrn" und ein "Jahr des Heils" für uns werden.

Gottes Segen und viel Gutes für das Jahr 2020
wünschen Ihnen

Ihre Pfarrerinnen

Renate Lisock und Dorothee Schmitt

Noch erscheint es trist, nach dem Umbau wird es für die Kinder und Jugendlichen unserer Gemeinden offen stehen.

Nun soll es doch losgehen: Das evangelische Pfarrhaus in Mehringen wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Aschersleben für Kinder- und Jugendarbeit umgebaut. In diesem Jahr soll der erste Bauabschnitt beginnen!

Die alte Inschrift am Mehringer Pfarrhaus wurde vor einigen Jahren freigelegt.

Wer sich gerne einsetzen und einbringen möchte, ist herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich dafür bei Pfarrerin Schmitt oder dem GKR Mehringen.

Von ganzen Herzen möchten Pfarrerin Lisock wie auch ich DANKE sagen, allen, die dazu beitragen, dass unsere Kirchengemeinden lebendige Gemeinden sind. Denn damit eine Gemeinde funktioniert, braucht es viele helfende Hände - Ihre Hände.

Mit vielen Veranstaltungen haben wir gemeinsam im Jahr 2019 den Menschen in unserer Region zeigen können, wofür wir als evangelische Kirche stehen und was wir an unserem Glauben lieben und wie wir ihn leben. Natürlich haben diese Veranstaltungen viel Zeit, Kreativität und Kraft gekostet. Wir könnten jetzt ganz viel aufzählen, aber Sie wissen, was alles gemacht wurde.

So gilt unser herzliches Dankeschön allen, die mitgemacht haben in der Kinderarbeit, in den Chören, Senioren- und Gemeindenachmittagen, Gottesdiensten, Gemeindefesten - auch in den Wohnzimmern der Nachbarn oder am Krankenbett. Danke für jede Hand, die mitgespült, Kaffee gekocht, Gemeindebriefe ausgetragen und die Straße gekehrt hat. Danke auch an alle, die mitgedacht und beraten haben.

Danke allen, die ihre Hände gefaltet und gebetet haben!

Ein Danke für das DA sein.

Pfrn. Schmitt

Zunehmend tun mir meine Augen weh, wenn ich nach einer langen Fahrt im Tunnel unvermittelt wieder dem grellen Sonnenlicht ausgesetzt bin... oder: es fällt mir schwer, den Kurs zu halten, wenn mir nachts ein Wagen mit voll aufgeblendeten Scheinwerfern entgegenkommt...

Meine Augen brauchen Zeit, vom Dunkel auf Hell umzuschalten, sie müssen sich langsam an das Licht gewöhnen. Im November und Dezember sehnen sich unsere Augen und unsere Seelen nach sanftem Licht.

Auch das Licht des Weihnachtsfestes bedarf einer Gewöhnungszeit. Denn es dauert seine Zeit, bis ich spüre und zugeben kann, dass ich dieses Licht brauche, dass ich mich nach Gerechtigkeit und Frieden sehne, dass ich auf Orientierung, Wärme und Geborgenheit angewiesen bin, dass ich mir das Entscheidende im Leben nicht machen, sondern nur schenken lassen kann.

Es dauert seine Zeit, bis ich mich mit dem Gedanken anfreunden kann, dass wir einen im wahrsten Sinn des Wortes "heruntergekommenen" Gott haben mit einer Vorliebe für die Armen und die Außenseiter.

Es dauert seine Zeit, bis ich mich über die Botschaft freuen kann, dass Gottes Macht in seiner Ohnmacht und Gottes Größe in einem kleinen Kind verborgen ist.

Es dauert seine Zeit, bis mir klar wird, dass Weihnachten auch durch mich Wirklichkeit werden kann, dass Jesus auch durch mich zur Welt kommt, wenn ich etwas von seinen Zielen und Idealen, von seinem Gottvertrauen und von seiner Mitmenschlichkeit in meine Umgebung hineintrage.

Ich brauche den Advent, damit ich sehen lerne, wo und wie Gott in meinem Leben ankommen will.

Ich brauche den Advent, um mich auf die Begegnung mit Jesus vorzubereiten, damit ich an ihm ablesen kann, wie Gott sich echtes und überzeugendes Leben vorstellt.

Ich brauche den Advent, die Zeit des langsam wachsenden Lichts damit Weihnachten nicht blendet....

Hilfreich dabei für mich ist der "lebendige Adventskalender" im Wippertal (18.00 Uhr), der mich behutsam in die Adventszeit begleitet

Gottes Weihnachtswelt ist voller Boten und einige sind unterwegs zu Dir. A. Goes

Mit diesem Wunsch grüßen wir sehr herzlich und wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit und gesegnete Weihnachten!

Ihre Pfarrerinnen

Renate Lisock und Dorothee Schmitt

Am Reformationstag hat Kirchenpräsident Joachim Liebig im Gottesdienst in der Zerbster Kirche St. Trinitatis elf Ehrenamtliche aus anhaltischen Kirchengemeinden mit dem Dankzeichen „Anhalter Kreuz“ ausgezeichnet. Die Liturgie hielt Pfarrer Lutz-Michael Sylvester, die musikalische Gestaltung übernahmen der Zerbster Posaunenchor unter Leitung von Landesposaunenwart Steffen Bischoff und Steffen Klimmt an der Orgel.

Geehrt wurden Kerstin Mädchen und Anja Sohn (Kirchengemeinde Baasdorf), Wilhelm Groth (Kirchengemeinde Schackenthal), Siglinde Knoblauch (Kirchengemeinde Plötzkau), Monika Lier (Kirchengemeinde St. Johannis u. St. Marien Dessau), Barbara und Hans-Christoph Schulz  (Kirchengemeinde Oranienbaum), Manfred Werner (Posaunenwerk Anhalt, Kirchengemeinde St. Bartholomäi Zerbst), Maria und Hans-Jürgen Pohle (Kirchengemeinde St. Peter und Kreuz Dessau) und Christina Schulze (Kirchengemeinde Steutz – Vorsitzende Vergabeausschuss Anhalter Kreuz). Das Dankzeichen „Anhalter Kreuz“, eine silberne Anstecknadel, wird seit 2002 verliehen. Über die Vergabe entscheidet ein eigener landeskirchlicher Ausschuss mit haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern.

Kirchenpräsident Liebig und Pfr, Sylvester übergaben das "Anhalter Kreuz" an Ehrenamtliche aus den anhaltischen Kirchengemeinden.

Zu der Auszeichnung sagte Kirchenpräsident Liebig: „Menschen wie die heute Ausgezeichneten lassen Gottes Wort lebendig und ganz praktisch in den Gemeinden wirksam werden. Kennzeichnend für viele von ihnen ist die Bescheidenheit und die Selbstverständlichkeit, mit der große Arbeit im Hintergrund wie im Lichte der Öffentlichkeit geleistet wird.“ In seiner Predigt hatte Liebig zuvor daran erinnert, wie Menschen vor 500 Jahren mit der Reformation eine neue Freiheit gewonnen hätten, die zugleich aber auch die Sicherheit mancher fester Strukturen habe zerbrechen lassen. „Das war gewiss eine Zumutung. Es aber kam damals, und daran hat sich nichts geändert, darauf an, diese Unsicherheit und die schmerzlich empfundene Grenze des Wissens und Könnens zu überschreiten und sich ganz auf Gott zu verlassen. Denn wir können sicher sein: Er kennt jeden einzelnen von uns.“