Springe zum Inhalt

Drohndorf 1650 - das steht auf dem Kelch, den ich im Pfarrhaus Sandersleben im Archiv entdeckt habe. 368 Jahre ist er alt. Was macht diesen Kelch so kostbar? Weniger sein Material und sein hohes Alter. Jahr für Jahr benutzen wir solche wunderbaren Kelche, wenn wir Abendmahl feiern. Alle Abendmahlsgäste trinken daraus. So geht der Kelch von Mund zu Mund und wir spüren, dass wir als Gemeinde zusammengehören wie eine Familie, wie Schwestern und Brüder.

Oft haben auch schon unsere Eltern und Großeltern, ja die meisten unserer Vorfahren aus diesem Kelch getrunken wie wir - und so fühlen wir uns auch mit Ihnen verbunden. Wir spüren, sie hätten denselben Glauben wie wir, dieselben Sorgen, denselben Trost und dieselbe Hoffnung. Sie haben sich im Gebet an denselben Herrn gewendet und haben sich im Abendmahl demselben Herrn nahe gefühlt wie wir.

So wird deutlich, dass wir unseren Vorfahren viel verdanken. Unseren Glauben haben wir in unseren Familien gelernt. Generation für Generation wurde der Glaube bewahrt und weitergegeben bis zu uns. Wir haben unseren Vorfahren nicht nur die wunderbaren Kirchen zu verdanken, sondern auch den Glauben. Und diese Aufgabe haben auch wir: zu bewahren und weiterzugeben, was wir empfangen haben. Da kommen unsere Kinder und Enkel in den Blick. Es gibt also etwas viel kostbareres: den Glauben. Der Kelch ist ein Gefäß. Sowie in ihm der Wein aufbewahrt und weitergereicht wird, so wird auch der Glaube mit ihm bewahrt und weitergegeben. Jesus hat einmal gesagt:

Ihr sollt euch nicht Schätz sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel... denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. (Mt 6, 19ff.)

Wir wollen unseren kostbaren Abendmahlskelch bewahren und gut auf ihn aufpassen. Aber wir wollen darüber den Schatz nicht vergessen, der viel kostbarer ist, auf den wir viel mehr achten müssen: unsern christlichen Glauben.

Seien  Sie herzlich gegrüßt

Ihre Pfarrerin Dorothee Schmitt

„Wer von sich etwas für andere abgibt, setzt damit ein wichtiges Signal.
Gutes entsteht, wo Menschen einander helfen.“

Mit diesen Zeilen möchten wir uns bei allen bedanken, die durch ihre Geldspende zum Erhalt unserer Kirchenglocke beitragen. Bis zum heutigen Tag (Stand 28.08.) sind 2.363,00 € Spendengelder eingegangen. Die Verdoppelung dieser Summe wird nun bei der Landeskirche beantragt und wir hoffen auf einen positiven Bescheid.

Über das weitere Geschehen werden wir Sie natürlich auf dem Laufenden halten.

Ihr GKR Freckleben

In diesem Jahr findet am 11. September um 19 Uhr im Rahmen des 13. Rühlmannorgel-Festivals ein Konzert in der Drohndorfer St.-Marienkirche statt.

In den vergangen Jahren bot das Festival einige wunderbare Konzerte  mit netten  Musikern und einem begeisterten Publikum. Es nahmen somit 30 Kirchen am Festival teil. Konzerte, die in manchen Gemeinden zu einem Gemeindefest geworden sind,  Abende oder Nachmittage, an denen noch lange zusammengessen wurde.

Wir freuen uns, dass wir den Tenor Pedro Cuadrado aus Sevilla und den Organisten Matthias Müller begrüßen dürfen.

Weitere Informationen zum Festival erhalten Sie unter www.rühlmannorgel.de

Vor ein paar Tagen kam mir eine Situation in den Sinn, die ist fast 30 Jahre her und ich habe mich damals sehr geschämt.
Während der Ausbildung im Predigerseminar kurz nach der Wende bekamen wir plötzlich mehr Geld, alle paar Monate wurde unser Gehalt etwas angehoben von anfänglich 300 D-Mark (brutto) auf dann immerhin 1.200 DM! Das war den meisten von uns unheimlich: soviel Geld!
Nur einer – er hieß Ernst-Hermann mit Vornamen – meinte, dass er gar nicht genug Geld haben könne. Das war uns natürlich peinlich. So etwas sagt man doch nicht als angehender Pfarrer. Wir sind doch alle schön bescheiden und so.

Ernst-Herrmann wurde wegen seiner Geldgeilheit ausgegrenzt, auch von mir. Am Ende unserer Ausbildung lüftete er dann sein Geheimnis: Er hatte die ganze Zeit seinen jüngeren Bruder finanziell unterstützt. Außerdem hatte er noch über eine Hilfsorganisation mehrere Patenschaften für Kinder in Indien übernommen, damit die zur Schule gehen können und eine Ausbildung machen. Für sich selber hatte er nur das wirklich Nötigste behalten. Was habe ich mich damals geschämt für meine Voreingenommenheit. Ich hatte gedacht, ich wüsste genau, dass Ernst-Herrmann geldgeil sei. Aber was wusste ich schon?

So ähnlich besingt es der Sänger Clueso in seinem Song „Du und ich“ - den ich da gerade im Radio gehört hatte. Er sitzt da so im Bus und macht sich Gedanken über den Busfahrer: (. . . ) aber vielleicht schaut er nicht nur aus Routine in den Rückspiegel ab und zu zurück / was wissen du und ich / schon über ihn / über irgendwen? denn wir sehen nur was wir sehen

So ist es: wir sehen nur, was wir sehen. Was wir sehen wollen. Was wir sehen können.

Das ist eine uralte Erkenntnis, die sich schon – sie ahnen es – in der Bibel findet:

Der Mensch sieht, was vor Augen ist,Gott aber sieht das Herz an

heißt es da.

Was wissen wir schon über den oder die? Wir machen uns halt so unser Bild. Aber oft genug werden wir überrascht, wenn wir zufällig mal hinter die Fassade schauen dürfen.
Dann ist da der Ordnungsdezernent, immer mit Schlips und Kragen, der in seiner Freizeit oder im echten Leben ein fanatischer Heavy-Metal -Fan ist mit allem, was dazugehört. Oder die schrullige Alte, die immer Flaschen aus den Papierkörben gesammelt hat, hinterlässt ein zieml ich großes Vermögen, dass nun der Staat erbt, weil sie kinderlos war. Und der komische Schauspieler, der jeden zum Lachen brachte, der sich nun wegen seiner Depression das Leben nahm.

Wir sehen nur, was wir sehen.
Und machen uns Bilder. Und liegen oft daneben.

Es grüßt Ihr
Pfarrer Arne Tesdorff

KONZERT AM 19. AUGUST
"... und wenn ich könnt, flög ich davon mit meinen Flügeln aus Beton..." Zwischen seiner Konzerttour mit Silly besuchte uns Max Prosa, als einer der angesagtesten Singer/Songwriter Deutschlands, am Sonntag, dem 19. August um 15 Uhr im Kirchgarten in Drohndorf.
Es war ein Nachmittag zwischen Liedern und Erzählungen. Im Gepäck hatte Max seine Gitarre und eine Menge Geschichten, die das Leben schreibt.

Reaktion auf Facebook:

Kennen Sie das auch? Machmal ind das ja so Gespräche am Rande... und dann wird man plötzlich mit einer Frage überfallen.

Es war ein Samstag und samstags finden gerne Beerdigungen statt, aus praktischen Gründen. manchmal werde ich als Pastor hinterher noch zum Kaffeetrinken eingeladen. Und komme dann neben jemandem zu sitzen, den ich nicht kenne. Er weiß aber - jedenfalls meistens - wer ich bin. Und schon kommt eine Frage: "Sagen Sie mal, wie kann man denn heute noch ernsthaft an Gott glauben? Was soll das bringen in unserer modernen Zeit?!"

Boah. Gleich wieder ein Schluck aus der vollen Pulle. Ich muss an meinen Besuch beim Zahnarzt denken, am Mittwoch. Ich wüsste gar nicht, wie ich das überstehen könnte, hätte ich nicht meinen Glauben und auch noch den 23. Psalm, den ich dann im Stillen vor mich hinbete, bis es vorüber ist: "Der HERR ist mein Hirte. ... Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück."

Aber ich kann dem guten Mann beim Kaffeetrinken jetzt ja nicht mit meinem Zahnarzt kommen... "Sagen Sie mal, was haben Sie denn überhaupt von Ihrem Glauben? Was soll das bringen in unserer heutigen Zeit?" Ich rühre meinen Kaffee um und sage:

Mein Glaube gibt mir Halt. Gerade in dieser modernen Zeit.

Und dann setzte ich nach: "Woran glauben Sie denn?" Verdattert schaut er mich an: "Ich? Wieso ich?" (Er bereut wohl schon, dass er mich angesprochen hat.) "Ja, Sie.", sage ich. "Jeder glaubt doch an irgendetwas . Woran glauben Sie denn? Es muss doch etwas geben, woran Sie sich festhalten." "Ähm, wieso? Festhalten?" Ich merke, er weiß einfach nichts mit dem anzufangen, was ich sage. Also komme ich nun doch rau damit: "Na, wenn Sie zum Beispiel beim Zahnarzt sind und der bohrt da bei Ihnen: woran halten Sie sich denn dann fest?" Er guckt mich ungläubig an: "An der Lehne?" Er weiß es einfach nicht besser. Sowas macht mich manchmal ganz schön ratlos.

Auf dem Friedhof letzte Woche, am Grab, war ich der einzige, der das Vaterunser sprechen konnte. Andere hatten es vergessen oder haben es nie gekannt.
Übrigens hat der Stuhl bei meinem Zahnarzt gar keine Lehne zum Festhalten.
Deswegen bin ich froh, dass ich für solche Situationen noch etwas in Reserve habe.
Was ist mit Ihnen?

Es grüßt Sie - auch im Namen von Renate Lisock

Ihr Arne Tesdorff

Die Kirchengemeinde Mehringen lud am 16. Juni 2018 um 18:00 Uhr in die Stephanikirche Mehringen zu einem Konzert der Gruppe "Black Eye" ein. Die Band stellte u.a. auch ihre neue CD "For Now" vor.

Feedback der Band:

Ein schönes Konzert vor der Sommerpause. Eine fast volle Kirche und eine tolle Möglichkeit unsere neue CD "For Now" vorzustellen. Danke an alle die dabei waren.

Foto: Susann Bausbach/Black Eye

Black Eye, das sind 5 Amateurmusiker, die in der Besetzung Gesang, Gitarre, Mundharmonika, Violine, Flöte, Piano und Percussion auftreten. Sie interpretieren  mit eigenen Arrangements gefühlvolle Balladen, schwungvolle Rock- und Popcoverfassungen oder auch irische, englische und amerikanische Folksongs. Die zum Teil drei- bis vierstimmigen Sätze sind dabei immer wieder ein akustischer Genuss. Zahlreiche eigene Stücke – verträumt oder mitreißend rhythmisch – lassen auch am Songwriter–Können der Gruppe keinen Zweifel aufkommen. Hier der LinkIn neuem Fenster öffnen zur Band-Website.

Es ist Jahre her, als ich einmal Zeuge der Zeugen wurde. In Bernburg waren Vertreter der "Zeugen Jehovas" unterwegs. Sie gehen ja immer von Haus zu Haus, klingeln an der Tür, wollen reden, über Gott (vor allem) und die Welt (das weniger).

Als ich sehe, wie zwei dieser Vertreter an der Haustür klingeln, verlangsamt sich mein Schritt. Das will ich wohl gerne sehen und hören... Heraus aus der Tür tritt eine junge Bernburgerin, die alle Klischees bedient: Jogginghose, Tattoos, Piercings und eine Zigarette in der Hand.

Jetzt wird es spannend, denke ich. Einer der beiden Zeugen Jehovas beginnt mit dem Satz: "Glauben Sie nicht auch an Gott?" Die Angesprochene antwortet: "Nee, ich gloobe bloß an das, was ich sehen kann." Dabei reibt sie demonstrativ Daumen und Zeigefinger aneinander, so, wie man Geld zählt.

Wie gerne hätte ich gewusst, wie das Gespräch weiterging. Aber ich konnte ja schlecht stehen bleiben. Dann hätten die noch gedacht, ich wäre neugierig. Nicht, dass ich jetzt in den Verdacht komme, ein Anhänger der "Zeugen Jehovas" zu sein. Aber: ein bisschen taten mir die beiden leid.

Da sind sie nun extra aus dem Westen hergefahren (wie dieser Tage auch wieder in Amesdorf zu erleben war), voller Enthusiasmus, endlich ein paar Leute zu überzeugen. Und dann kommen solche Sätze, wie: "Ich gloobe bloß an das, was ich sehen kann."

Das ist ja im Grunde auch mein Problem und das meiner Kollegen: wir versuchen etwas zu vermitteln, was man weder sehen noch anfassen kann. Und stoßen allzu oft auf Menschen, die so sind, wie die Dame in der gestreiften Jogginghose.

Dabei - das weiß doch jeder - kann man die wichtigen Dinge des Lebens weder sehen noch anfassen: Gesundheit, Liebe, Trauer, Schmerz, Segen: Nichts davon kann man anfassen oder sehen. Und doch machen grade die unsichtbaren, unfassbaren Dinge unser Leben lebenswert.

Ich wünsche Ihnen - auch im Namen meiner Kollegin Renate Lisock - gesegnete Frühlingstage.

Ihr Arne Tesdorff